Use-Lab Podcast – Folge 3: Surrogate Participants

Episode 3 beleuchtet eine der größten Herausforderungen im Usability Engineering für Medizinprodukte: Wie stellt man Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit sicher, wenn die eigentliche Patientengruppe kaum oder gar nicht an Studien teilnehmen kann? In hochkritischen medizinischen Umgebungen sind Patienten häufig zu schwer erkrankt, emotional belastet oder praktisch nicht erreichbar – die Rekrutierung wird damit sowohl ethisch als auch organisatorisch zur Herausforderung.

Wir sprechen darüber, wie sogenannte „Surrogate Participants“ helfen können, diese Lücke zu schließen. Bei Use-Lab GmbH werden dafür sorgfältig ausgewählte Teilnehmende eingesetzt, die mithilfe des Saarbrücker Persönlichkeitsfragebogens identifiziert werden, um besonders empathische Personen zu finden, die sich möglichst realistisch in die Zielgruppe hineinversetzen können. Ergänzt durch Simulationstechniken und physische Artefakte wie Implantat-Attrappen oder spezielle Hilfsmittel entstehen realitätsnahe Nutzungsszenarien, die den Alltag von Patienten besser abbilden.

Da Anwendungsfehler für einen erheblichen Teil der Medizinproduktvorfälle verantwortlich sind, geht es bei Normen wie IEC 62366-1 und der Medical Device Regulation (MDR) um weit mehr als reine regulatorische Anforderungen – es geht um Patientensicherheit. Dass diese Simulationsmethoden zunehmend akzeptiert werden und bereits erfolgreich von der FDA bewertet wurden, zeigt einen klaren Wandel hin zu praxisnahen und evidenzbasierten Ansätzen im Usability Engineering.

Link zur aktuellen Folge auf Spotify https://open.spotify.com/episode/6GtGbjQaPkb7aZbrMVyXZi?si=l41Kg8pHRQOocFZxYhgb2A&nd=1&dlsi=c59bdfb9fbf645f5

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